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Topic-icon Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates

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10 Jahre 7 Monate her #55


Markus Pfitzner    Premium-Mitglied
Hyder Consulting


Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Für die Zusammenarbeit mit anderen Büros oder Gewerken wäre es hilfreich, wenn man in Revit 3D-Daten zu Visualisierungszwecken einlesen könnte. Diese 3D-Daten sollen nicht weiter bearbeitet oder verändert werden (also keine Familien), sondern nur angezeigt werden. Zusätzlich könnten Attribute mitgeliefert werden (z.B. Material, Bezeichnung). Das Visualisierungsformat soll sehr leichtgewichtig und hoch performant sein, um auch sehr große Datenmengen problemlos in einer 3D-Ansicht darzustellen.

Die grundlegende Technologie dafür ist vollständig im DWF-Format vorhanden. DWF-Dateien sind klein, können große 3D-Modelle handeln und enthalten die explizite (fertige) Geometrie inkl. Eigenschaften ohne dass man daran Veränderungen vornehmen kann.
Der Wunsch lautet, 3D-DWF-Modelle in Revit zu Visualisierungszwecken zu importieren – oder alternativ in einem ähnlichen Format (3D PDF, JT).

Häufig werden 3D-Detaillierungen, z.B. Stahlbau-Verbindungen oder Anlagenplanungen, in anderen Softwaresystemen erstellt. Diese 3D-Daten aus den Fremdsystemen sollten auch in Revit – zumindest rein visuell – als Planungsgrundlage für Bauwerke zur Verfügung stehen, da in der Regel an diesen Informationen keine Veränderungen vorgenommen werden (dürfen).

Mir ist klar, dass ein Zusammenbau mehrerer 3D-Modelle unterschiedlicher Formate mit NavisWorks gut funktioniert.
Es gibt aber zahlreiche Fälle, in denen man die 3D-Daten kontextbezogen unmittelbar im Konstruktionsprogramm – also in Revit benötigt.

Beispiele möglicher Workflows:

A:
1.) Erstellung eines Revit-Architekturmodells mit vereinfachter Dachkonstuktion
2.) Übergabe des Modells an ein Stahlbauprogramm und Detailierung der 3D-Dachkonstruktion mit allen Verbindungen und Schrauben
3.) Übergabe dieses detaillierten Stahlbaumodells zurück nach Revit zu Visualisierungszwecken (3D-DWF??) und um die angrenzenden Wand- / Attikabauteile in Revit anzupassen. Der Stahlbau soll in Revit nicht mehr verändert werden, deshalb sind keine Familien erforderlich.

B:
1.) Planer X soll mit Hilfe eins detaillierten Revit-Modells einen Kopfbau an eine bestehende Halle planen.
2.) 3D-Werksmodell vom Bestand wird in einem anderen System gepflegt, kann aber als 3D-DWF oder 3D-PDF exportiert werden.
3.) Hinzuladen des 3D-Werksmodells in Revit als 3D DWF, damit der Gesamtkontext zu Baugrenzen und Nachbargebäude für die Planung zur Verfügung steht.

C:
Planer 1 erstellt ein Architekturmodell mit RAC und gibt es weiter an Planer 2, der die TGA in RME hinzufügt. Planer 1 möchte aber nicht seine Familien weitergeben, weil diese sein geistiges Eigentum enthalten. Er gibt ein 3D-DWF-Modell weiter. Planer 2 liest das 3D-DWF ein und modelliert auf dieser Basis die TGA-Leitungsnetze, denn er benötigt die Architektur nur rein visuell.
20.10.2011, 13:26
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Samy Kröger    Premium-Mitglied
MAX BÖGL Bauservice GmbH & Co. KG


Re: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Hallo Markus,

dem Grunde nach gibt es ja schon ein Datenaustauschformat: IFC.

Wie allen bekannt ist, liegt dort aber auch genau die Problematik. Die einzelnen Softwarehersteller sind leider nicht bereit oder Willens, das Austauschformat so voran zu bringen, dass wir es auch sinnvoll einsetzen können.

Wenn die Daten, die mittels eines IFC Modells in die IFC-Datei geschrieben werden vom Anwender kontrolliert werden können, dann ist die Thematik "geistiges Eigentum" auuch abgedeckt.

Autodesk hat ja inzwischen den IFC Export als open source zur Verfügung gestellt. Sicherlich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auf die Frage, warum nur der Export open source gelegt wurde, kam die Anwtwort, dass die Offenlegung des Imports zu nah an den CAD-Kern führen wird.

Das DWF halte ich persönlich für das nicht geeignete Datenformat, da es wieder Hersteller spezifisch ist und damit für mich ausscheidet. M.E. sollte es sich bei dem Austauschformat um ein Hersteller übergreifendes Format handeln.

Wichitg ist es, dass im Kreise der buildingsmart nicht weitere 5 Jahre vergehen, bis IFC tatsächlich auch von allen Herstellern in einer funktionsfähigen Version vorliegt.

Gestern wurde mir übrigens zugetragen, dass es angeblich eine Schnittstelle zwischen Revit und Tekla gibt. Ist jemandem etwas darüber bekannt?
25.10.2011, 12:10
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Thomas Hehle    Premium-Mitglied  Gruppenmoderator
TH-CADKON


Re^2: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Hallo Herr Kröger,

die einzige mir bekannte Schnittstelle zwischen Revit und Tekla basiert letztlich auch auf IFC.
Wird aber von Tekla als Export/Import Schnittstelle vermarktet.
Näheres gibt es auf dieser Seite: www.tekla.com/international/solutions/building-constr...
Ich habe dieses Add-Inn schon mit einem Tekla Anwender getestet. Die Ergebnisse sind (da IFC) ernüchternd.
Für alle die reinen Stahlbau austauschen wollen, kann ich nur die SDNF-Schnittstelle empfehlen.
Hier kommen alle Daten der Träger an. Sowohl in Revit als auch in Tekla. Getestet haben wir dies übrigens auch noch mit Frameworks. Mit dem gleichen Ergebnis.
So sollte eigentlich eine Schnittstelle funktionieren.
25.10.2011, 22:33
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Samy Kröger    Premium-Mitglied
MAX BÖGL Bauservice GmbH & Co. KG


Re^3: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Hallo Herr Hehle,

bei der Schnittstelle ging es eher nicht um IFC. Wie bereits geschrieben, habe ich auch erst gestern davon erfahren. Ich werde da nochmals nachhaken.

Die Schnittstelle zwischen Tekla und Revit habe ich ja auch ausgiebig untersucht. Sie haben völlig Recht, wenn Sie schreiben, dass das Ergebnis zumindest nicht das erwartete war. So ganz will ich es aber auch nicht zerreden.

Der Export aus Revit nach Tekla funktioniert dabei sehr viel besser als umgekehrt. Es Bedarf an der Stelle nur gewisser Voreinstellungen bzw. Kenntnisse bezüglich der Einstellungen. Hiierbei spielen die Parameter IFCExportAs und auch die voreingestellten Materialien auf Tekla-Seite eine große Rolle.

Das Problem auf Seiten Teklas ist, dass der IFC-Object-Converter im Tekla nur die Bauteil-Kategorien Tragwerksstütze / Wände / Balken unterstützt. Und es werden auch nur geradlinige Bauteile unterstützt.

Treppen, Fundamente und andere Elemente werden wohl nicht unterstützt.
25.10.2011, 23:15
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Markus Pfitzner    Premium-Mitglied
Hyder Consulting


Re^2: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
IFC ist Stand heute eben leider nicht "leichtgewichtig".

Für die beschriebenen Workflows ist nur ein Bruchteil der gesamten IFC-Daten erforderlich und eine explizite (fertig triangulierte) Geometrie, die nicht erst mit allen hierarschischen Abhängigkeiten erzeugt, interpretiert, zu Objekten gemappt werden muss usw. Vor allem wenn die 3D-Daten nur visualisiert und nicht weiter bearbeitet werden sollen, sind immense Vereinfachungen möglich.

Erste gute Ansätze (in theoretischer Form) gibt es bereits für IFC, leider sind diese noch nicht softwareseitig implemeniert. Einige Folien von Thomas Liebich bzgl. "simplified IFC":

buildingsmart.com/organization/international-technica...


Für den Austausch der Informationen ist es immer zwingend erforderlich
1.) den Prozess genau zu beschreiben (workflow) - möglichst ohne Interpretationsspielraum
2.) daraus die Anforderungen abzuleiten, welche Informationen überhaupt für den Austausch benötigt werden (exchange requirements)
3.) ein entsprechendes Subset an Informationen zu erzeugen (model view definitions)

Für die Standard-IFC-Schnittstelle sind diese Punkte bisher nicht in die Praxis umgesetzt. Erste Entwicklungen sind erkennbar, indem bspw. TEKLA und Graphisoft ein spezielles (angepasstes) IFC-Format für den Austausch mit REVIT verwenden, das speziell für den Workflow erweitert wurde.
Dieser Beitrag wurde am 03.11.2011 um 13:59 Uhr geändert. 03.11.2011, 13:56
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Samy Kröger    Premium-Mitglied
MAX BÖGL Bauservice GmbH & Co. KG


Re^3: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Hallo Markus,

dieses Austausch-Format für Revit von Tekla und Graphisoft kenne ich. Und ich durfte es in den vergangenen Wochen im Einsatz erleben:

Daumen runter!

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang, dass ADSK sich immer noch damit beschäftigt, Revit nativ in AutoCAD anzeigen zu lassen, anstatt IFC anzupacken. Ich hatte die Hoffnung, sie hätten verstanden............

Gruss.

Samy
15.11.2011, 19:46
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Markus Hiermer
Maxcad


Re^4: Integration eines leichtgewichtigen 3D-Viewing-Formates
Servus,

IFC ist wohl unser aller (User) Hoffnung, aber wie es scheint brauchen die Hersteller da noch die (User)Peitsche, damits wirklich sinnvoll vorangeht... schlimm ist im Grunde, dass sich die User da alle einig sind, und trotzdem schon mehr als ein Jahrzehnt verstrichen ist zum Stand heute, der (noch?) nicht praxistauglich ist.

Aber mal vom IFC abgesehen und zum eigentlichen Thema zurück: Ich denke das hört sich doch eigentlich nach "fbx für alle" an, oder? Und da ist das dwf eigentlich wiederum nicht schlecht, da es ja im Grunde xml basierend ist. Ich denke es wäre zumindest vorstellbar, ein xml Format zu kreieren, das rein für die Darstellung Herstellerunabhängig solche Informationen bereithält. Und wäre natürlich um ein vielfaches kleiner (einfacher) als das "echte" IFC. Ein Lösungsansatz?

Viele Grüße

Max
23.11.2011, 12:57
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